Ein Instrument entsteht

Teil 1: Im Holzkeller

 
 
 
 

Ordentlich Holz im Keller

Am Anfang ist das Holz. Dessen Güte ist entscheidend für die Qualität eines Instruments, und darum verwenden wir bei AUGUST FÖRSTER nur ausgesuchte Hölzer. Bergfichte zum Beispiel für den so wichtigen Resonanzboden. In Höhenlagen wachsen Bäume langsamer – dadurch wird die Maserung feiner, die dichten Jahresringe erhöhen die Schwingungsfähigkeit und begünstigen die Schallausbreitung. Der Ton der Saiten wird also optimal verstärkt. Gleiches gilt für die Stege. Sie sind wie das Kabel vom Musikplayer zum Lautsprecher: Sie transportieren den Ton der Saite zum Resonanzboden. Das muss möglichst ohne Verlust geschehen. Bergahorn bietet durch sein festes Holz beste Voraussetzungen für das Leiten des Schalls.

Unser Holz beziehen wir über lokale Händler in der Oberlausitz. Wenn es bei uns ankommt, wird es aber noch lange nicht verarbeitet. Es wird technisch getrocknet, bevor sich die eigentliche Trocknungszeit anschließt: Je dicker ein Brett, desto länger. Dabei gilt die Faustformel pro Zentimeter Brettstärke ein Jahr Lagerzeit. Und auch in der späteren Verarbeitung fügen wir immer wieder Reifezeiten ein. All das bewirkt, dass das Holz im fertigen Instrument nur noch sehr wenig arbeitet. So können unsere Flügel und Pianos sehr lange ihre Stimmung halten. Außerdem wird das Risiko minimiert, dass im Resonanzboden ein Riss entsteht. Bis ein geliefertes Brett in einem fertigen Instrument unsere Manufaktur wieder verlässt, vergehen etwa vier Jahre. Qualität braucht Zeit, betont unser versierter Klavierbaumeister Olaf Mehlich. Das gilt bei AUGUST FÖRSTER für alle Modelle, ob Einsteigerklavier oder Konzertflügel.

In einem AUGUST FÖRSTER-Instrument werden mehr als zehn Holzarten verbaut. Für die tragenden Bauteile sowie die Gehäuseteile werden Buchen und nordische Kiefern verwendet. Auch sie wachsen langsam und sind dadurch besonders hochwertig. Außerdem kommen in Profilleisten, Verzierungen und Furnieren beispielsweise Mahagoni, Kirsche, Nussbaum oder Eiche zum Einsatz – je nach individuellem Wunsch des Kunden.
 

Teil 2: Der Rastenbau

 
Für die Zarge eines Rastens werden mehrere Lagen Buchenholz aufeinander geleimt und 48 Stunden gepresst. Danach behält er seine Form und kann weiterbearbeitet werden.
 
 
 

Das Rückgrat

Rast kommt von Ruhe. Für den Rasten eines Pianos oder eines Flügels nehmen wir uns viel Zeit in der Fertigung. Gleichzeitig ist er das erste Bauteil, bei dem man sieht, was für ein Instrument hier entsteht. Er gibt sozusagen die Form vor – und kann tonnenweise Last aufnehmen. Das übernehmen Buche und Kiefer. Hartes und weiches Holz in Kombination verbaut ergeben eine besonders hohe Steifigkeit. Geleimt wird traditionell mit Zwei-Komponenten-Leim. Er härtet glashart aus und bringt damit beste Formstabilität. Dazu kommen sechs Streben aus Massivholz, Stollen genannt. Sie tragen ihrerseits dazu bei, dass der Rasten seine Form behält.

Die Last, die ein Rasten aufnehmen muss, kommt einerseits aus der Spannung der Saiten. Sind sie aufgezogen, müssen der Rasten und die Gussplatte je nach Modell zwischen 16 und 20 Tonnen Zuglast aushalten. Andererseits trägt er die Bestandteile des Instruments: Den Resonanzboden, die Gussplatte, die Gehäuseteile. Der Rasten bildet somit das Rückgrat eines Instruments. Wie der Rücken beim Menschen muss der Rasten seine Stütz- und Haltefunktionen übernehmen, damit das Gesamtkunstwerk funktionieren kann. Bei AUGUST FÖRSTER zeugt auch der Rastenbau von Tradition. Die Konstruktion ist eine Eigenentwicklung und stammt aus den 1950er Jahren. Leicht modernisiert sorgt sie bis heute für die Stabilität in unseren Instrumenten.

Monatelange Reifezeiten gehören zum Bau eines Rastens dazu, um späteres Verziehen des Holzes möglichst auszuschließen. Allein der Rahmen, die Zarge, lagert ein Dreivierteljahr, bevor sie mit den Kiefernstollen zusammengesetzt wird. Das wiederum geschieht durch Holzverbindungen, also Zapfen und Dübeln. Ist der Rasten fertig, lagert er erneut: Ein weiteres halbes Jahr vergeht, bis der Rasten weiterverarbeitet wird. Es gibt kaum noch Klavierhersteller, die sich so viel Zeit nehmen. Bei AUGUST FÖRSTER tun wir das. Gute Planung in der Produktion ermöglicht, dass wir Kundenwünsche trotzdem zeitnah erfüllen können.

"Ein Instrument entsteht..." wird fortgesetzt
 
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