Nach dem frühen Tod von Cäsar Förster -1915- führten seine beiden Söhne, der geniale Klavierbauer Gerhard Förster und der Kaufmann Manfred Förster das vom Urgroßvater gegründete Unternehmen weiter. So entstanden in den zwanziger und dreißiger Jahren gelungene Konstruktionen, wie der Viertelton - Flügel, das Viertelton - Klavier und das Elektrochord.

1966 brachte der Tod von Gerhard Förster erste Veränderungen in den Besitzverhältnissen mit sich. Die Übernahme des Betriebes durch Wolfgang Förster, dessen Vater Manfred bereits 1952 verstorben war, bereitete große Schwierigkeiten. Die enorm hohe Erbschaftssteuerforderung war nur dadurch zu erfüllen, daß der Staat mit entsprechendem Teil in die Firma aufgenommen wurde.

1972 erfolgte im Rahmen der letzten Verstaatlichungswelle die Umwandlung in den volkseigenen Betrieb VEB Flügel- und Pianobau Löbau. Weiterhin unter der Leitung von Wolfgang Förster wurde der Betrieb 1984 an die Deutsche Piano - Union Leipzig angegliedert. Obwohl der Name Förster von der damals herrschenden Ideologie in den Hintergrund gedrängt werden sollte, gelang es auf Grund der erwünschten Exporterfolge, den Charakter und die Marke FÖRSTER zu erhalten.

1976 wurde der Familienname wieder in die Firmierung aufgenommen und nannte sich VEB Förster Pianos Löbau.

Trotz zahlreicher Auszeichnungen und Verleihungen von Medaillen für verschiedene Flügel-Modelle auf den damals wichtigsten internationalen Messen hatte Förster, wie alle anderen Betriebe in der DDR - Wirtschaft, um die Beschaffung von Zulieferteilen zu kämpfen. Die Bedeutung als Devisenbeschaffer ermöglichte es, teilweise auf westliche Anbieter auszuweichen. So wurden bereits ab 1987 Renner-Pianomechaniken eingesetzt.

Nach der Wende erreichte Wolfgang Förster 1991 die Reprivatisierung des Familienbesitzes.

Die allgemeine Wirtschaftsrezession Anfang der 90iger Jahre führte zur Umstrukturierung des produktiven sowie personellen Bereiches. In den Folgejahren wurden zahlreiche Investitionen zu Unterhaltung und Entwicklung der traditionsreichen Produktionsstätte getätigt.

Bis 2008 leitete Wolfgang Förster die Firma weiter, ehe er das Erbe an seine Tochter Annekatrin Förster übergab.
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© 2014 AUGUST FÖRSTER